Als die Behandlung die Symptome nicht verbessert hat
Nach der Diagnose Borreliose habe ich eine dreiwöchige Behandlung mit Antibiotika bekommen. Leider hat diese Behandlung meine Symptome überhaupt nicht verbessert.
Ich habe immer weniger Kraft gehabt und gleichzeitig immer stärkere Schmerzen.
Es hat Tage gegeben, an denen ich kaum noch stehen konnte und mich völlig erschöpft gefühlt habe.
Mein Ärzteteam hat sich daraufhin für eine zweite Antibiotikabehandlung entschieden, diesmal intravenös über einen zentralen Venenzugang zu Hause. Auch diese Behandlung hat mich stark geschwächt, und es ist mir nicht besser gegangen. Während dieser Zeit ist jeden Tag eine Physiotherapeutin gekommen, um meinen Körper zumindest ein bisschen zu bewegen.
Die starken Antibiotika haben schließlich nachweislich alle Borrelien aus meinem Körper entfernt. Doch meine Symptome sind einfach nicht verschwunden. Im Gegenteil: nach der Behandlung ist es mir sogar schlechter gegangen, und die Schulmedizin konnte mir keine Hilfe anbieten.
Ich habe mich deshalb entschieden, alternative Behandlungen und naturheilkundliche Ansätze auszuprobieren. Über diesen Weg könnte ich ziemlich viel erzählen, denn er war lang.
Kurz gesagt: Ich habe zeitweise etwa 30 Tabletten am Tag genommen und mich trotzdem weiterhin schlecht gefühlt.
Was geholfen hat: die Entscheidung, gesund werden zu wollen, und eine langsame Steigerung des Aktivitätsniveaus
Als ich eines Morgens aufgewacht bin, habe ich gemerkt, dass es mir ein kleines bisschen besser ging. Ich war immer noch sehr krank, aber ich habe diesen Impuls gehabt, eine kleine Runde um den Häuserblock zu gehen. Ganz langsam, jeden Tag etwa fünf Minuten, bin ich nach draußen gegangen und habe versucht, nur noch so wenig wie möglich zu liegen.
Nach und nach habe ich mich etwas besser gefühlt und das hat mir Mut gemacht, diese kurzen Spaziergänge beizubehalten. Ich habe begonnen, das Leben wieder in einem anderen Licht zu sehen. Heute, wo ich zu 100 % genesen bin (und mein zentrales Nervensystem auch) sehe ich, dass mein Körper damals seine letzte Kraft aufgebracht hat, um mich wieder auf die Beine zu bringen. Ich habe eine klare Entscheidung getroffen: Ich wollte gesund werden.
Und ich habe jede noch so kleine Verbesserung genutzt, um Schritt für Schritt weiterzugehen.
Was geholfen hat: Zu verstehen, dass Symptome bestehen können, ohne dass ein struktureller Schaden vorliegt
Meine Hausärztin hat mir von einer befreundeten Ärztin erzählt, die Kurse zur kognitiven Umstrukturierung (cognitive retraining) gibt. Da ich zu diesem Zeitpunkt noch sehr schwach gewesen bin, hat meine Mutter stellvertretend an diesem Kurs teilgenommen und wenn sie vom Kurs heimkam, hat sie mir alles Schritt für Schritt erklärt.
Da habe ich verstanden, dass die Bakterien längst nicht mehr in meinem Körper sind. Ich habe gelernt, dass es einen Unterschied gibt zwischen einem strukturellen Schaden (zum Beispiel durch Borrelien) und Schmerzen oder anderen funktionellen Körpersymptomen.