Verändert das, was wir erwarten, unsere Erfahrung?
Das vorhersagende Gehirn.
Welche Erklärungen spielen für Dich eine Rolle?
Wir verarbeiten das, was wir wahrnehmen, nicht unvoreingenommen.
Wenn das Gehirn neue Sinnesinformationen erhält , durchlaufen diese Informationen neuronale Bahnen, die durch unsere früheren Erfahrungen geprägt sind.
Auf diese Weise sagt das Gehirn ständig voraus, was als Nächstes wahrscheinlich passieren wird, basierend auf Mustern, die ihm bereits vertraut sind.
Diese Vorhersagen helfen, Energie zu sparen, da ein Großteil der Informationsverarbeitung von einer Erfahrung zur Nächsten wiederverwendet wird.
Doch dieselbe Effizienz kann uns auch in sich wiederholenden Mustern festhalten – wie etwa dem Wiederauftreten eines vertrauten Symptoms.
Interaktionen erforschen
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Aufmerksamkeit.
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Dysfunktionale Atmung.
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Sinn und Bedeutung von Symptomen verstehen.
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Symptome und das Internet.
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Krankheitsangst.
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Trauma.
Bleib neugierig auf Symptome
Warum?
Obwohl die Vorhersagen des Gehirns ohne unser Bewusstsein modelliert werden, kann es sein, dass Du Dein Leben anders angehst, wenn es Dir gelingt, ein neurobiologisches Verständnis für predictive processing zu entwickeln.
Viele Menschen interessieren sich dafür, wie das Wissen über das vorhersagende Gehirn Menschen mit chronischen Symptomen helfen kann.
Obwohl dies eine relativ neue Wissenschaft ist, gibt es Menschen, selbst mit sehr schweren Formen von funktionellen Beschwerden, die die Veränderung Ihres Verständnisses mit ihrer Genesung in Verbindung bringen.
Das sollte Dir Hoffnung geben. Aber der Weg kann sehr anstrengend sein.
Damit das Gehirn seine Vorhersagen aktualisieren kann, muss es bemerken, wenn neue Informationen nicht mit den alten Vorhersagen übereinstimmen. Dieser „Verlernprozess“ kann einige Zeit dauern.
Hier sind einige Anregungen:
Sei offen für Veränderungen:
Bleib offen im Umgang mit den Symptomen und erwarte immer, dass sich die Dinge verbessern können.
Schenke Deinem Körper direkte Aufmerksamkeit:
Nimm regelmäßig bewusst Kontakt zu Deinem Körper auf und sei neugierig und interessiert an dem, was Du gerade wahrnimmst. Das Ausführen der STOP-Übung in regelmäßigen Pausen über den Tag hinweg hilft dabei, diese Fähigkeit zu entwickeln.
Trainiere neue Reaktionen:
Wenn Dir ein nicht hilfreiches Gedanken- oder Verhaltensmusters bewusst wird, das auf Autopilot läuft, kannst Du Dich dann für eine andere Reaktion entscheiden?
Wenn Du Deine neue Reaktion oft genug wiederholst, unterbrichst Du die vorprogrammierten Vorhersagen Deines Gehirns. Du hast dann eine neue, hilfreichere, automatische Reaktion trainiert.
Steigere die Neuroplastizität:
Sich zu bewegen, neue Orte zu erkunden und neue Fähigkeiten zu erlernen, hilft Deinem Gehirn, sich schneller zu aktualisieren. Es wird auch angenommen, dass einige Medikamente, darunter Antidepressiva, Neuroplastizität fördern können.
Unterstützung und Genesung
Wenn Du daran interessiert bist, an den Vorhersagen Deines Gehirns zu arbeiten, kann es hilfreich sein, etwas darüber zu erfahren, wie das Gehirn seine Vorhersagemodelle auf verschiedene Arten aktualisiert.
Wenn Du Hörbücher magst, empfehlen wir ‚The Experience Machine‘ von Andy Clark.
Wenn du einen angeleiteten Ansatz bevorzugst, gibt es verschiedene Programme, die auf Aufklärung über den neurowissenschaftlichen Hintergrund und dem „Umprogrammieren“ gewohnter Gehirnabläufe basieren. Vielleicht hast du von einigen bereits gehört. Wir haben dieses Gebiet nicht vollständig recherchiert, aber sei dir bewusst, dass Qualität und Preis solcher Programme variieren können.
Wenn du zu Hause einen Eindruck von diesen Ansätzen bekommen möchtest, kannst du die ‚free-me‘-App ausprobieren. Die Entwickler bieten eine vollständige Rückerstattung an, falls du das Programm nicht hilfreich findest
Möglicherweise kannst du über Deine Ärztin oder Deinen Arzt an einer Gruppe zur neurowissenschaftlichen Aufklärung über Schmerz oder Fatigue teilnehmen oder eine Einzelsitzung bekommen. Psychomotorische Therapie und Physiotherapie können dabei helfen, neue Muster, Gewohnheiten und Erwartungen zu verankern.
Welche Erklärungen spielen für Dich eine Rolle?
