Wohin führen Dich Deine Gedanken?

Krankheitsangst.

Krankheitsangst beschreibt einen weit verbreiteten Zustand, bei dem die Angst vor Krankheiten die Gedanken oft dominiert.

Du hast vielleicht Angst, dass Du bereits eine schwere Erkrankung hast, dass Du dabei bist, eine zu bekommen, oder dass etwas mit Deinem Körper oder Deinem Geist nicht stimmt.

Das Hauptmerkmal von Krankheitsangst sind sich wiederholende, lästige Gedanken an Krankheiten oder Symptome, die Du nicht einfach abschütteln kannst. Diese Art von Gedanken nennt man auch Grübeln.

Jedes Mal, wenn Du ein Symptom bemerkst, gehst du möglicherweise vom Schlimmsten aus und suchst nach Beruhigung. Doch selbst wenn Du Dich überzeugen kannst, dass du gesund bist, ist die Erleichterung oft nur von kurzer Dauer.

Schon bald ertappst du dich vielleicht wieder dabei, Deinen Körper auf Krankheitsanzeichen zu überprüfen.

Wenn die Symptome erneut auftreten – oder wenn Du neue Symptome bemerkst – kommen auch die besorgniserregenden Gedanken zurück.

Die körpereigenen Stresssysteme schaukeln sich gegenseitig hoch , wodurch die Symptome noch intensiver und beunruhigender werden .

Therapeuten-Tipp Sticker

Krankheitsangst kann in ihrer Ausprägung von mild bis schwer reichen.

Wenn Deine Angst Dein tägliches Leben stark beeinträchtigt, ist es sinnvoll professionelle Unterstützung in Anspruch nehmen.

Ein guter erster Schritt ist das Gespräch mit Deiner Ärztin oder Deinem Arzt. Sie können Dich an eine Psychotherapie überweisen – sei es in Einzel- oder Gruppensitzungen oder auch in Form einer Online-Therapie. Alle diese Angebote können wirksam sein.

Wenn der Kopf keine Ruhe findet

Wenn Dein Geist ständig beschäftigt ist und nicht zur Ruhe kommt, gibt es einiges, was Du selbst tun kannst

Beginne damit, Dir Deiner Strategien oder automatischen Reaktionen in den Momenten bewusst zu werden, in dem Du Dich ängstlich fühlst. Der Schlüssel besteht darin, diese nach und nach durch Strategien zu ersetzen, die langfristig hilfreicher sind.

Überforderung vermeiden und Stress reduzieren

Stresssymptome können Krankheitsängste leicht auslösen oder verstärken.

Finde Raum zwischen den Gedanken.

Es ist leicht, sich in der virtuellen Realität ängstlicher Gedanken zu verfangen. Umso wichtiger ist es, dass der Körper zwischen den Gedanken etwas Raum zum einfach nur „Sein“ hat.

Um das Gedankenkarusell zur Ruhe zu bringen, kannst Du Dir innerlich sagen:

‚Ich bin nicht meine Gedanken. Es gibt einen Raum jenseits meiner Gedanken.‘

Einen Weg zu finden, über den sich der Geist wieder mit dem Körper oder der Umgebung zu verbinden verbindet, kann der Schlüssel dafür sein, um Gedanken zur Ruhe zu bringen.

Bewährte Techniken, um dies zu erreichen, werden unter dem Begriff Achtsamkeit zusammengefasst.

Erkunde das Gefühl unter dem Gedanken.

Körperliches Unwohlsein hat in der Regel eine mentale oder emotionale Komponente. Wenn der Geist nicht zur Ruhe kommt, kann sich auch der Körper nicht entspannen.

Genauso liegt unter jedem Gedanken immer eine bestimmte Gefühlstönung.

Manchmal denken wir übermässig viel nach, um bestimmte Gefühle nicht spüren zu müssen.

Frage Dich behutsam: Was bin ich im Moment nicht bereit zu fühlen?

Sei freundlich zu Dir selbst

Wenn man mit Krankheitsangst zu kämpfen hat, gerät man leicht, in einen Kreislauf aus Sorgen, ständigem Kontrollieren und Selbstkritik zu geraten.

Du versuchst vielleicht, Dich besser zu fühlen, aber dann tauchen die ängstlichen Gedanken wieder auf – und es fühlt sich an, als wärst Du wieder ganz am Anfang.

Das kann besonders schwer sein, wenn Scham oder Schuldgefühle entstehen, weil Du Dich so viel sorgst

Wenn Du das nächste Mal bemerkst,, dass Du hart oder verurteilend mit Dir selbst umgehst, versuche, innerlich freundlich mit Dir selbst zu sprechen – so, wie Du mit einem Kind sprechen würdest, das Angst hat.

Es mag sich zunächst ungewohnt anfühlen, aber Selbstmitgefühl, kann den Körper beruhigen und Dir helfen, aus der Angstspirale auszusteigen.

Skills guide: Finding your way into physiological rest