Wenn wir entspannt sind, wird das Atemmuster automatisch anhand des CO₂-Gehalts im Blut reguliert. Gedanken, Emotionen oder Stress können diesen Prozess jedoch stören und eine dysfunktionale Atmung verursachen.
Dysfunktionale Atemmuster können sich auch während einer schweren Krankheit entwickeln, bei der die Lunge beeinträchtigt ist. Das Atemmuster, das fortbesteht, wenn sich die Lungen erholt haben, ist eine Form des Körpergedächtnisses.
Bei einer Hyperventilation atmen wir zum Beispiel im Verhältnis zu den Bedürfnissen des Körpers zu viel (zu schnell/zu tief).
Das typische Atemmuster bei funktionellen Symptomen besteht darin, zu schnell zu atmen und dabei nur den oberen Teil der Lunge zu nutzen. Dieses häufige Atemmuster führt dazu, dass der CO2-Gehalt im Körper sinkt, was verschiedene Symptome wie Brainfog, Kribbeln um die Lippen und Schwindel hervorruft .
Wie werden die Atemmuster festgelegt?
Wenn wir entspannt sind, richtet sich das Atemmuster automatisch nach dem CO2-Gehalt im Blut.
Das bedeutet: wenn wir entspannt sind, ist die Atmung gut auf die physiologischen Bedürfnisse des Körpers abgestimmt.
Gedanken, Emotionen und unsere Aufmerksamkeit können diesen Prozess stören. Wenn wir ängstlich, besorgt oder gestresst sind, beschleunigt sich unser Atem einfach.
Dies ist eine der Arten, wie das sympathische Nervensystem (SNS) unseren Körper auf mögliche Herausforderungen vorbereitet.
Wir können unseren Atem allein dadurch beschleunigen, dass wir unser E-Mail-Postfach öffnen.
Hyperventilation und Symptome
Hyperventilation (zu schnelle Atmung) ist das häufigste dysfunktionale Atemmuster bei funktionellen somatischen Syndromen (FSS).
Hyperventilation ist oft ein Problem der unvollständigen Ausatmung. Wenn wir nicht vollständig ausatmen, kann es passieren, dass wir zu schnell atmen und nur den oberen Teil der Lunge benutzen (flache Atmung).
Dieses Atemmuster verursacht ein Gefühl von Lufthunger; es fühlt sich an, als ob nicht genug Platz in der Lunge wäre.
Unsere Atmung kann auch flach werden, wenn wir lange Zeit in einer gebückten Haltung sitzen und keine Pausen machen, um den Körper zu bewegen und zu strecken. Flache Atmung kann auch zur Gewohnheit werden, wenn wir Angst haben, Schmerzen durch Bewegung oder zu tiefes Atmen zu verschlimmern.
Sorge oder Angst führen dazu, dass wir einen neuen Atemzug beginnen, bevor wir vollständig ausgeatmet haben.
Wenn wir hyperventilieren, atmen wir zu schnell CO2 aus. Der CO2-Gehalt im Körper sinkt. Das Gehirn bemerkt den niedrigen CO2-Gehalt und sendet uns Symptome als Signal, dass etwas nicht in Ordnung ist.
Einige Symptome werden dadurch verursacht, dass C02 ein Gefäßerweiterer ist. Wenn der CO2 Spiegel sinkt, ziehen sich die kleinen Blutgefässe zusammen, es steigt der ph-Wert und der freie Kalziumanteil im Blut sinkt. Nerven werden dadurch übererregbar, was ein Kribbeln oder Ameisenlaufen verursacht. Taubheitsgefühle treten häufig auch im Bereich der Lippen auf.
Wenn die Durchblutung des Gehirns vermindert ist und zudem eine neuronale Übererregbarkeit besteht, führt dies zu Verwirrtheit, Brain Fog oder Schwindelgefühl.
Hyperventilation führt auch oft dazu, dass Luft in den Magen gelangt, was zu Magenschmerzen und zu viel Darmgas führt.
Die meisten Menschen haben nicht alle Symptome der Hyperventilation, vor allem dann nicht, wenn die Hyperventilation schon lange unbemerkt im Hintergrund läuft. Der Körper hat sich vielleicht teilweise angepasst und versucht nicht mehr, Deine Aufmerksamkeit auf das Problem zu lenken.
Manche Menschen bemerken, dass sie häufig seufzen, weil der Körper versucht, die überschüssige Luft aus der Lunge loszuwerden. Oder dass sie sehr leicht schlafen und angespannt aufwachen.
All diese Muster können darauf hinweisen, dass ein Neustart dafür, wie wir atmen, erforderlich ist.
Dysfunktionale Atemmuster nach Krankheit
Manchmal ist unser Atemmuster auch eine Körpererinnerung an eine vergangene Phase in unserem Leben. Das ist häufig nach einer Atemwegserkrankung oder einem traumatischen Ereignis der Fall.
Das Muster, das wir uns damals angeeignet haben, hat sich in unserem Atemapparat eingeprägt. Selbst wenn der Auslöser oder die Erkrankung der Lunge vorbei ist, kann ein gestörtes Atemmuster manchmal fortbestehen, bis wir aktiv etwas dafür tun, die Atmung neu zu regulieren.
Atemphysiotherapie nutzt korrigierende Atemübungen, um dem Körper zu helfen, dysfunktionale Atemmuster wieder zu verlernen.