Hast Du etwas erlebt, das Spuren in Deinem Körper hinterlassen hat?

Trauma.

Trauma entsteht, wenn etwas Überwältigendes passiert und Dein Körper sich nicht mehr sicher fühlt.

Es gibt verschiedene Arten von Trauma.

Eine entsteht durch ein plötzliches, einschneidendes Ereignis – zum Beispiel einen schweren Unfall.

Daneben gibt es jedoch auch andere Arten von Trauma, die sich sehr viel weniger akut entwickeln.

Ein Beispiel dafür ist das Bindungstrauma. Es hängt damit zusammen, wie sicher wir uns sehr früh im Leben bei unseren Bezugspersonen gefühlt haben – also ob wir erleben konnten, dass wir geliebt und gewollt sind. Wenn in der Kindheit ein Gefühl von Unsicherheit über längere Zeit anhält und mit unterschiedlichen Belastungen oder auch Verletzung verbunden war, spricht man von komplexem Trauma. Das kann beeinflussen, wie gut wir Gefühle regulieren können und wie leicht oder schwer es fällt, anderen Menschen zu vertrauen.

Trauma verändert, wie Dein Körper reagiert

Unser Körper passt sich an Trauma auf unterschiedliche Weise an. Angst, innere Anspannung oder dauerhafter Stress können Ausdruck davon sein, dass der Körper „gelernt“ hat: Die Welt kann gefährlich sein.

Wenn Situationen überwältigend werden, kann der Körper lernen, mit einer Flucht- oder anderen Schutzreaktionen zum Beispiel mit Dissoziation zu reagieren. Mit der Zeit kann sich dieses Anpassungsmuster verfestigen, auch wenn die ursprüngliche Gefahr längst vorüber ist. Dann beginnt es oft, mehr Schwierigkeiten zu verursachen, als es zu lösen.

Um diese Anpassungen rückgängig zu machen und das Trauma zu verarbeiten, reicht es meist nicht aus, nur darüber zu sprechen. In der Regel braucht es auch die Einbeziehung des Körpers in den Heilungsprozess. Traumafokussierte Therapien unterstützen dabei. Behandlungsansätze wie somatische Psychotherapie oder EMDR arbeiten gezielt mit der Verbindung zwischen Körper, Nervensystem und Erinnerungen.

Therapeuten-Tipp Sticker

Zur Ruhe kommen trotz Trauma

Wenn starke Traumaerinnerungen im Körper gespeichert sind, können sie sich manchmal verstärken beziehungsweise bedrohlicher anfühlen, wenn Du sehr tief entspannst.

Zu Beginn braucht Dein Körper möglicherweise eine besonders sichere Haltung oder Position, um Ruhe überhaupt zulassen zu können.

Menschen, die ein Trauma stark im Körper spüren oder deren Stresssystem ständig in Alarmbereitschaft ist, empfinden leichten Druck oder Gewicht oft als hilfreich.
Das können zum Beispiel leichte Sandsäckchen, Lagerungsrollen oder eine schwere Decke auf Augen oder Körper sein.