Wer oder was hilft Dir, ins innere Gleichgewicht zu kommen?

Co-Regulierung.

Unser autonomes Nervensystem hilft uns, unbewusst auf das zu reagieren, was um uns herum geschieht.

Diese Reaktionen hängen eng damit zusammen, wie sicher oder unsicher wir uns jeweils fühlen. Das bedeutet: Orte, an denen wir Zeit verbringen, Menschen, mit denen wir zusammen sind, unsere Erinnerungen und unsere Beziehungsmuster beeinflussen allesamt den „Autopiloten“ unseres Körpers.

Das kann auf hilfreiche, aber auch auf ungünstige Weise geschehen.

Es ist deshalb sinnvoll, bewusst darauf zu achten, wer oder was uns dabei hilft, in die innere Balance zu kommen – und was uns eher aus dem Gleichgewicht bringt.

  1. Orte

An manchen Orten fühlen wir uns angespannt oder verunsichert, während wir uns an anderen sicher und ruhig fühlen. Denk einmal darüber nach, an welchen Orten Du Deine Zeit verbringst: Gibt es ein Gleichgewicht zwischen Orten, an denen Du Dich angespannt fühlst, und solchen, an denen Du Dich entspannen kannst?

Wenn Dir diese Frage schwerfällt, hilft ein anderer Zugang: Achte zu verschiedenen Tageszeiten und in unterschiedlichen Situationen auf Deinen Atem – morgens, abends, beim Scrollen durch soziale Medien oder wenn Du mit einer Freundin oder einem Freund unterwegs bist.

Beobachte, in welchen Momenten Dein Atem ganz von selbst langsamer und tiefer wird.
Versuche, mehr Zeit in genau solchen Situationen zu verbringen.

  1. Andere Menschen

Auch andere Menschen beeinflussen, wie wir uns fühlen. Wenn wir mit aufgeregten Menschen zusammen sind, werden wir selbst oft unruhiger. Sind wir mit ruhigen, zugewandten Menschen zusammen, fühlen wir uns eher entspannt. Berührung – etwa die Hand eines nahestehenden Menschen halten zu können- kann Schmerzen lindern, weil es das Nervensystem beruhigt.

Allerdings hat es auch Nachteile, sich bei Regulationsprozessen zu stark auf andere zu verlassen. Wenn wir zum Beispiel stark von einer Partnerin oder einem Partner abhängig sind, kann Alleinsein angstbesetzt werden. Das kann dazu führen, dass sich abhängige Beziehungsmuster entwickeln oder dass es schwerfällt, belastende oder verletzende Beziehungen zu verlassen. Wenn Du solche Muster in deinen Beziehungen wiedererkennst, ist es wichtig, Fähigkeiten zu entwickeln, mit denen Du Dich auch selbst regulieren kannst.

Therapeuten-Tipp Sticker

Viele Menschen ’schalten ab‘, indem sie ihren Geist stimulieren. Bei Tätigkeiten wie dem Scrollen durch soziale Medien bewegt sich der Körper zwar kaum, der Geist ist jedoch sehr aktiv. Ein überaktiver unruhiger Geist kann unseren Kampf-oder-Flucht-Modus aktivieren und dadurch das körperliche Stresslevel erhöhen.

Deshalb kann etwas Aktives, wie z.B. ein Spaziergang im Wald, für unseren Körper entspannender sein, als wenn wir auf der Couch liegen und sich den Kopf beim Grübeln zu zerbrechen. Beginne darauf zu achten, wie sich Dein Körper während einer Aktivität und unmittelbar danach anfühlt. Wenn Du Dich nach etwas, das Du eigentlich als entspannend eingeschätzt hast, aufgekratzt oder angespannt fühlst, kann es sein, dass es Deinen Körper stresst, ohne dass Du es bewusst bemerkst.