Reizen Dich manche Deiner Sinne?

Gesteigerte Sinnesempfindlichkeit.

Das sensorische Nervensystem (also die Nerven, die Sinneseindrücke an das Gehirn weiterleiten) kann überempfindlich werden.

Das bedeutet, dass unsere Sinneseindrücke, wie z.B. Hören und Sehen, intensiver wahrgenommen werden. Dadurch können Symptome wie Tinnitus, Lichtempfindlichkeit oder eine gesteigerte Schmerzempfindlichkeit (Allodynie) entstehen.

Das passiert, weil unser Gehirn gelernt hat, dass bestimmte Empfindungen wichtig sein könnte, und deshalb die Nervenverbindungen, die diese Empfindungen verarbeiten, verstärkt hat.

Die Frustration über diese besonders störenden Symptome verstärkt den Prozess zusätzlich – es entsteht ein Teufelskreis.

Wenn wir gestresst oder verärgert sind, nimmt das Gehirn beunruhigende Körperempfindungen stärker wahr, und solche Erfahrungen prägen sich leichter ein.

Was hilft bei Überempfindlichkeit der Sinne?

1. Vermeide die Auslöser nicht.

Wenn du zum Beispiel lichtempfindlich bist, solltest du nicht ständig im Dunkeln bleiben. Das würde das Gehirn daran hindern, eine andere Reaktion zu lernen.

2. Lerne, vom Stressmodus in den Ruhemodus zu wechseln.

Körperliche Ruhe kann helfen, den Kreislauf aus Stress und Überempfindlichkeit zu unterbrechen. Auch das Akzeptieren der Symptome kann Frustration reduzieren.

3. Lerne, Deine Aufmerksamkeit von den Symptomen wegzulenken.

Das ist notwendig, um den erlernten Kreislauf wieder zu verlernen.

4. Setz dich den Auslösern schrittweise und kontrolliert aus, um Toleranz aufzubauen.

Wenn Dir zum Beispiel schnelles Kopfdrehen Schwindel verursacht, beginne damit, den Kopf sehr langsam zu bewegen, während Du ruhig und gleichmässig atmest. Sobald Du dich sicherer fühlst, kannst Du Tempo und Bewegungsumfang langsam steigern und dem Körper und Gehirn Zeit geben, sich anzupassen und eine neue Reaktion zu lernen.

5. Finde andere Wege, um Deinem Gehirn zu helfen, neue Verbindungen zu stärken.

So funktioniert zum Beispiel auch die Klangtherapie bei Tinnitus.