Ist Dir aufgefallen, dass Deine Symptome mit hormonellen Veränderungen zusammenhängen?

Hormone.

Hormonspiegel testen

Wenn Ärztinnen und Ärzte häufige Symptome wie Müdigkeit abklären, untersuchen sie oft auch die Hormonwerte. Hormone zu messen ist allerdings nicht ganz einfach, da sie im Laufe des Tages schubweise ausgeschüttet werden. Diese rhythmischen Veränderungen lassen sich in Laborwerten nicht immer eindeutig erkennen – auch dann nicht, wenn sie die Wirkung der Hormone im Körper spürbar beeinflussen.

Deshalb kann es selbst dann sinnvoll sein, auf mögliche hormonelle Muster zu achten, wenn die gemessenen Blutwerte im Normbereich liegen.

Stresshormone:

Ein wichtiges Stresshormon ist Cortisol. Es bereitet den Körper auf Aktivität vor und ist eng mit unserem Tagesrhythmus verbunden. Cortisol ist morgens am höchsten, hilft uns dadurch, wach zu werden, und sinkt abends ab, um Schlaf zu ermöglichen. Das nennt man das Cortisol-Tagesprofil.

Unter anhaltendem Stress kann dieses Tagesprofil abflachen – der morgendliche Anstieg fällt dann weniger deutlich aus. Das kann dazu führen, dass es morgens schwerfällt, in Gang zu kommen, und abends schwierig ist, zur Ruhe zu finden. Auch der Schlafrhythmus kann durcheinandergeraten. Da Cortisol stark entzündungshemmend wirkt, können Veränderungen im Cortisolprofil zudem die Funktion des Immunsystems beeinflussen.

Im Rahmen von länger andauerndem körperlichen Stress kann die Cortisolausschüttung insgesamt geringer werden. Niedrige Cortisolspiegel sieht man besonders dann, wenn ausgeprägte Erschöpfung und Muskelschmerzen im Vordergrund stehen.

Geschlechtshormone:

Auch die Geschlechtshormone, die am Menstruationszyklus beteiligt sind, folgen bestimmten Rhythmen. Bei funktionellen somatischen Syndromen können diese Rhythmen aus dem Takt geraten. Ein häufiges Anzeichen dafür sind unregelmäßige Monatsblutungen ohne klare Ursache.

Unregelmäßige Zyklen können allerdings auch im Zusammenhang mit der Perimenopause auftreten. Diese geht oft mit weiteren Symptomen einher, zum Beispiel Müdigkeit, Konzentrationsproblemen („Brain Fog“), Hitzewallungen, Schwindel und Schlafstörungen.

Wenn Du solche Dinge unter Deinen Symptomen beobachtest, ist es sinnvoll, das mit Deiner Ärztin oder Deinem Arzt zu besprechen. Gegebenenfalls erfolgt eine Überweisung zu einer Gynäkologin oder einem Gynäkologen oder der Versuch einer hormonellen Behandlung.

Schilddrüsenhormone:

Die Schilddrüse bildet Hormone, die zentral für den Energiehaushalt des Körpers (den Stoffwechsel) sind. Diese Hormone reagieren sensibel auf Veränderungen im Körper. Besonders bei körperlichem Stress kann es zu Schwankungen kommen. Bei vielen Menschen findet sich deshalb während oder nach einer Erkrankung eine Veränderung ihrer Schilddrüsenwerte.

Wieder ins Gleichgewicht kommen:

Insgesamt gibt es keine überzeugenden Belege dafür, dass eine Hormonersatztherapie bei leichten oder subklinischen hormonellen Veränderungen hilfreich ist. Das hormonelle Rückkopplungssystem passt sich laufend selbst an. Werden von außen Hormone zugeführt, kann dieses feine Gleichgewicht weiter gestört werden.

Um das Hormonsystem zu unterstützen, ist es hilfreicher, Körperstress zu reduzieren, auf eine gute Nährstoffversorgung zu achten und Bedingungen zu schaffen, in denen sich die natürlichen Rhythmen wieder einstellen können – zum Beispiel durch einen regelmäßigen Tagesablauf.

Wenn Deine Symptome zu einem hormonellen Muster zu passen scheinen, kann Deine Hausärztin oder Dein Hausarzt Dich an eine Fachärztin oder einen Facharzt überweisen, etwa an eine Gynäkologin oder einen Endokrinologen.