Wo trägst Du Spannung in Deinem Körper?

Muskulärer Schutzpanzer.

Muskelfaszien bezeichnen die Muskeln mit den dazuzugehörigen Weichteilen.

Sie liegen unter unserer Haut und umhüllen die Knochen. Sie helfen unserem Körper, sich durch anspannen und entspannen zu bewegen.

Das muskuloskelettale System wird durch seine Erfahrungen beeinflusst.

Wenn wir immer wieder in die gleichen Muster von Anspannung und Entspannung kommen, lernt die Muskelfaszie dieses Muster. Läufer entwickeln eine bestimmte Art von Verspannungen und Schmerzen, die ihre Lauftechnik und die anschließenden Dehnübungen widerspiegelt. Menschen, die viel Zeit am Computer sitzen, entwickeln ein anderes Verspannungsmutser mit anderen Schmerzen.

Das, was sich durch diese wiederholten An- und Entspannungsabläufe bildet, können wir als Schutzpanzer aus Muskeln und Bindegewebe (myofaszialen Körperpanzer) bezeichnen. Unser individuelles Panzerungsmuster ist eine Reaktion darauf, was der Körper im Laufe unseres Lebens durchgemacht hat.

Wie man den Körperpanzer lockert

Operationen können eine muskuläre Dysbalance verursachen und Medikamente überdecken den Schmerz nur vorübergehend.

Um den Körperpanzer zu lockern, müssen wir und maßvoll bewegen, dehnen und unsere Haltung regelmäßig ändern. Aktivität hilft, Spannungen zu lösen und unserem Körper neue Bewegungs- und Haltungsmuster beizubringen. Aktivität hilft auch dabei, unser Gewebe mit allem, was es braucht, zu versorgen und es zu reinigen, was wiederum Entzündungen reduziert.

Wenn Du Beschwerden am Bewegungsapparat hast, ist es sinnvoll, eine Fachperson aufzusuchen, die sich mit Bewegung auskennt, zum Beispiel eine Physiotherapeutin oder einen Physiotherapeuten. Sie können Dir personalisierte Übungen zeigen, mit denen Du Dein Muskelungleichgewicht korrigieren, Schmerzen lindern und Verspannungen abbauen kannst.

Marias Erfahrung

Dehnen kann helfen, den Körper flexibel zu halten, aber es kann auch Schmerzen lindern. In der Rehabilitation wurde mir geraten, zunächst die Beweglichkeit zu verbessern. Erst danach sollten der Fokus auf die kardiovaskuläre Fitness gelegt werden und anschliessend auf Kraftaufbau. Dieser Ansatz hat bei mir funktioniert, als ich sehr krank war.

Es hat lange gedauert, bis ich überhaupt mit dem regelmässigen Dehnen angefangen habe, aber dann habe ich festgestellt, dass ich tatsächlich tief drin in der Beinmuskulatur (wo ich viele Schmerzen habe) Verspannungen habe. Der Körper hängt zusammen wie ein Netz und oft wirkt sich das Dehnen an einer Stelle irgendwie auf den Rest aus. Es gab Stellen an meinem Körper, für die ich Bereiche ganz weit weg von dort dehnen musste, um die Schmerzen zu lindern. Ich hatte zum Beispiel starke Schmerzen im Bereich meines Schlüsselbeins, aber es half tatsächlich, meine Finger und Hände zu dehnen.

Ich hatte mit verschiedenen Arten von Yoga Erfolg, aber anfangs habe ich sowohl versucht, Yoga-Übungen selbst online zu finden, als auch einen Yoga-Kurs bei einem sehr unerfahrenen Lehrer besucht. Beides führte dazu, dass ich Übungen machte, die ich eigentlich gar nicht hätte machen sollen, und ich fühlte mich danach schlechter statt besser.

Es gibt verschiedene Arten von Yoga und nicht alle Kurse sind gleichermaßen geeignet. Leider sagt einem das am Anfang meist niemand. Außerdem muss man darauf achten, KEINE Übungen zu machen, die eigentlich zu schmerzhaft sind, oder bei solchen Übungen nur 80% statt 100% geben. Vielleicht hast Du Glück, und erwischst eine:n Instruktor:in, die Deine Herausforderungen sieht und Dich gut unterstützt, aber wenn nicht, musst am Anfang selbst ein bisschen darauf achten, nicht zu viel viel auf einmal erreichen zu wollen.

Ergonomie (Muskeln effizienz einsetzen)

Es gibt zwei unterschiedliche Arten von Muskeln: Haltemuskeln und Bewegungsmuskeln.

Bewegungsmuskeln verbrauchen mehr Energie, als die Muskeln für Körperhaltung.

Wenn wir gewohnheitsmäßig Bewegungsmuskeln für Aufgaben einsetzen, die eigentlich die Haltemuskeln übernehmen sollten, trägt das zu Erschöpfung und Schmerzen bei.

Für Menschen mit körperlichen Asymmetrien (z.B. Skoliose) kann dies eine lebenslange Herausforderung sein.

Untersuchungen haben gezeigt, dass auch Menschen mit Fibromyalgie ihre Haltemuskulatur im Durchschnitt weniger einsetzen.

Zu verstehen, wie man den Körper bei einfachen häufigen Bewegungen (wie Stehen, Gehen oder Sitzen) ergonomisch einsetzt, kann Müdigkeit und Schmerzen verringern.

Niemand von uns nutzt seinen Körper ergonomisch perfekt, aber kleine Änderungen können durchaus einen großen Unterschied machen.

Es kann allerdings schwierig sein, die eigenen (Fehl)Haltungsmuster zu erkennen. Daher kann es hilfreich sein, sich von einer Fachperson für Ergonomie oder funktionelle Bewegung beraten lassen.

Zum Beispiel von einem Physiotherapeuten, einer Physiotherapeutin oder jemandem, der mit Methoden wie Body centering, Lyengar Yoga, Feldenkrais oder Alexandertechnik arbeitet.

Der Schwerpunkt liegt darauf, zu einer geerdeten und zentrierten Körperhaltung zurückzukehren, die mit der Schwerkraft arbeiten, statt gegen sie.

Therapeuten-Tipp Sticker

Wenn Du eine Behandlung in Erwägung ziehst, denke daran, dass sich die Beschwerden am Besten durch aktive und nicht durch passive Therapien wie Massagen lindern lassen.

Suche nach einer Therapeutin oder einem Therapeuten, der oder die Dir Wege vermittelt, zentrierte Körperhaltungen finden, die Du dann in Ihren Alltag integrieren kannst.